Welche Rolle spielt die Genetik beim Muskelaufbau?

Über Genetik, Talent und Trainierbarkeit zu sprechen ist nie einfach, da es sich hierbei um ein sensibles Thema handelt.

Wir sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, welche Freiheit und Gleichheit propagiert – Wenn du daran glaubst, kannst du alles erreichen.

Auch wenn dies aus Sicht von unseren Rechten, Pflichten und Gesetzen absolut richtig ist, so kann man das aus biologischer Sicht leider (oder zum Glück) nicht behaupten.

Baseline vs Trainability

Im Sport versteht man unter den Begriffen Genetik, Talent, Potenzial, die genetische Veranlagung, sich in einer Disziplin auszuzeichnen.

Hierzu gibt es zwei Unterteilungen:

  • Basislevel (Baseline)
  • Trainierbarkeit (Trainability)

Das Basislevel ist der Startpunkt einer Person, welche zuvor noch nicht trainiert hat, also ihr natürliches Startlevel.

Die Trainierbarkeit ist die Fähigkeit einer Person, auf gewisse Trainingsreize zu reagieren und ihre Leistungen zu verbessern, sobald sie einem spezifischen Training unterzogen wird.

Das Endresultat eines Individuums ist aus der Summe des Basislevels, Trainierbarkeit und Training gegeben.

Die nicht veränderbare individuelle Knochenstruktur, Form der Muskeln und Anzahl/Position der Fettzellen fließt ebenfalls ins Endresultat mit ein.

So kann beispielsweise eine Person mit schmaler Taille ein besseres „V-Shape“ erreichen und demnach muskulöser wirken, als jemand mit mehr Muskelmasse. Genauso werden manche Personen ihren Körperfettanteil deutlich mehr senken müssen als andere, damit ihre Bauchmuskeln optisch sichtbar werden (Verteilung der Fettzellen am Bauch).

Basislevel im Krafttraining

Es gibt mehrere Beispiele, wie das Basislevel unsere Resultate beeinflusst:

  • Hohes Basislevel: Eine Person, welche das erste Mal ein Fitnessstudio betretet und bereits 100 kg beim Squat oder 80 kg beim Bankdrücken bewegt, oder bereits einen relativ gut trainierten Körperbau besitzt.
  • Niedriges Basislevel: Eine Person, welche das erste Mal ein Fitnessstudio betretet und bereits bei der Ausführung sauberer Liegestützen auf dem Boden scheitert, oder eine sehr geringe Muskelmasse besitzt.

Trainierbarkeit im Krafttraining

Die Trainierbarkeit definiert die Geschwindigkeit, mit der eine Person bei optimalem Training Fortschritte erzielt.

  • Hohe Trainierbarkeit: Eine Person, welche sehr schnell und vor allem große Fortschritte erzielt; beispielsweise seine Kraftwerte beim Bankdrücken innerhalb eines Jahres von 60 kg auf 100 kg steigert oder den Armumfang von 34 cm auf 40 cm erhöht (bei gleichbleibendem Körperfettanteil).
  • Geringe Trainierbarkeit: Eine Person, welche sich in einem Jahr von 60 kg Bankdrücken auf 70 kg steigert und von 32 cm Armumfang auf 34 cm.

Die ersten zwei bis drei Jahre optimales Training sind jene, wo der Großteil der Fortschritte erzielt wird und man somit erkennen kann, ob eine Person eine gute oder schlechte Trainierbarkeit besitzt.

Hängen Basislevel und Trainierbarkeit zusammen?

Ein hohes Basislevel muss nicht immer bedeuten, dass diese Person eine hohe Trainierbarkeit besitzt, also auf Trainingsreize gut anspringt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Hohes Basislevel + Hohe Trainierbarkeit = Potenzieller Spitzenathlet
  • Niedriges Basislevel + Hohe Trainierbarkeit = Große „Schock“-Transformationen
  • Niedriges Basislevel + Niedrige Trainierbarkeit = Wird immer (im Verhältnis) auf niedrigem Niveau bleiben
  • Hohes Basislevel + Niedrige Trainierbarkeit = Über dem Durchschnitt, macht aber nur sehr langsame Fortschritte

Trainierbarkeit und Bodybuilding

Im Bodybuilding ist die Trainierbarkeit die Fähigkeit, Muskelmasse als Antwort auf verschiedene Trainingsreize aufzubauen.

Diese hängt streng von genetisch bedingten Faktoren wie Anzahl der verfügbaren Satellitenzellen (wie hier beschrieben), Anzahl der Muskelfasern (vor allem der Typ II Fasern), natürlicher Hormonhaushalt und noch unzähligen weiteren Faktoren ab.

Je höher die Trainierbarkeit eines Individuums, desto größer werden seine Fortschritte sein (und umgekehrt).

Trainierbarkeit und Schwachstellen

In derselben Person können verschiedene Muskelgruppen eine unterschiedliche Trainierbarkeit aufweisen, was häufig die Ursache für starke und weniger stark ausgeprägte Muskelgruppen ist.

Wenn der Trainingsreiz optimal gesetzt ist, dann werden Muskelgruppen mit einer niedrigen Trainierbarkeit im Verhältnis zu den anderen immer weniger wachsen (Schwachstellen). In diesem Fall muss dies im Trainingsprotokoll berücksichtigt und ausgeglichen werden.

Hier ein kurzes zwei Minuten Video, welches das Thema der Genetik nochmals zusammenfasst.

Abschließend

Jeder kann sich verbessern, aber nur wenige können wahre Meister in etwas werden – Und das ist vollkommen natürlich. Genetik und Talent spielen eine eintscheidende Rolle im Erfolg eines Sportlers. Nichts destro trotz kann jeder mit viel Hingabe und Leidenschaft große Ziele erreichen.

Denn wenn Talent daran scheitert, hart zu arbeiten, dann gewinnt die harte Arbeit.

Konzentriere dich nicht auf andere, sondern auf dich selbst und deine eigene Entwicklung, um die beste Version von dir selbst zu erschaffen.


Welche Rolle die Genetik beim Abnehmen spielt, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.


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