Coronavirus: Wie gefährlich ist es wirklich?

Es gibt viele Informationen über das Coronavirus. Zu viele. Und vielleicht führt genau das zu Verwirrung und Unsicherheit.

Wörter wie „Epidemie“, „Pandemie“, „Rote Zone“, „Quarantäne“, scheinen aus einem apokalyptischen Film gekommen zu sein und können verängstigen, was sicherlich nicht hilft.

Aber was geschieht nun wirklich? Was können wir heute sagen und was wissen wir?

Vorweg: Ich bin kein Arzt oder Virologe. Ich filtere lediglich Information und bringe die wichtigsten wieder. Quellenangaben sind wie immer am Ende des Beitrags. Die rechtlichen Ausführungen im gegenständlichen Artikel wurden durch einen Rechtsanwalt überprüft.

Coronavirus & Letalität

Wir wissen, dass die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit (COVID-19, CoronaVirus Disease) grippeähnliche Symptome aufweist, mit besonderer Beteiligung der Lunge.

In den Lungen kann diese Krankheit eine schwere interstitielle Lungenerkrankung auslösen, welche in bestimmten Fällen, und vor allem in Risikopersonen, tödlich ausfallen kann.

Am gefährdetsten scheinen ältere Menschen zu sein, von 65 Jahren aufwärts, mit einem Risiko, welches parallel mit zunehmendem Alter steigt (das Durchschnittsalter der Todesfälle von Personen, welche positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist 81 Jahre). In den bestätigten Fällen stammen 2/3 der Todesfälle von Personen, welche bereits eine Vorerkrankung aufwiesen.

Die Letalität (Anzahl der Todesfälle unter den Infizierten) dieser Krankheit ist nicht sehr hoch, aber auch nicht irrelevant. Wir sprechen von ca. 3,5%.

Es handelt sich hierbei aber um fragwürdige und sicherlich nicht korrekte Daten.

Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist die Letalität noch viel geringer als 3,5%, da man natürlich nur als Infizierter gilt, sofern man positiv auf die Präsenz des Virus getestet wurde. Es ist äußerst wahrscheinlich, dass viele (sehr viele?) auf das Virus positiv anspringende Personen nie entdeckt wurden, weil sie nur wenige bzw. schwache Symptome zeigten und sich deshalb nicht bewusst waren, den Virus eingefangen zu haben (oder sich nicht testen ließen).

Wenn die (reellen) Infizierten, wie es sehr wahrscheinlich ist, viel mehr sind, dann wäre die statistische Letalität viel geringer.

Wie oben erklärt, ist diese Krankheit für ältere Menschen gefährlicher. Wenn wir die Letalität anhand der Altersgruppe betrachten, sehen wir, dass im Alter von 80 oder höher die Letalität (in Italien) sehr hoch ist (10,9%), während in der Altersgruppe von 0-65 sehr gering ist (0,5%).

Die totale Letalität (welche in Italien höher auszufallen scheint als in China, im Gegensatz zu der einzelnen Letalität auf den Altersgruppen basierend) beruht auf einer statistischen Verzerrung (Simpson-Paradoxon), welche darauf zurückzuführen ist, dass in Italien im Verhältnis mehr ältere Menschen leben (Durchschnittsalter Italien: 47,3. Durchschnittsalter China: 38,4. Quelle: hier).

Warum also gilt COVID-19 als so gefährlich?

Dieses Virus bringt ein anderes großes Problem mit sich, denn es besitzt ein hohes Ansteckungsrisiko (größer als die Grippe). Das bedeutet, wenn es in eine gewisse Zone „eintretet“, kann es einen großen Teil der vorhandenen Person infizieren.

So ist es in China geschehen. Sehr viele Infizierte, in extrem geringer Zeit. Auch, wenn die Letalität sehr gering ist, so kann die Anzahl der Todesfälle sehr hoch sein (bei großen Infektionszahlen, ist auch ein geringer Prozentsatz immerhin eine hohe Zahl).

Abgesehen von der Schwere der Symptome dieser Krankheit und davon, dass sie Todesfälle verursacht, überlastet sie die Gesundheitseinrichtungen.

Tausende Personen begeben sich in die Notaufnahme (Erste Hilfe), Hunderte werden eingeliefert, einige kommen auf die Intensivstation.

Dies benötigt Personal, Medikamente, Betten, Maschinen. Wenn eine solche Ausbreitung auf sechs Monate verteilt geschieht (wie bei einer Grippe), kann man dieses Ausmaß bändigen (und allen beistehen). Wenn dies innerhalb eines Monats geschieht, könnte es zum Zusammenbruch des gesamten Gesundheitssystems führen.

Dies wiederum löst eine Kettenreaktion aus. Wenn die Betten auf der Intensivstation voll von Personen mit einer vom Coronavirus ausgelösten Lungenerkrankung sind, können Patienten mit Nierenversagen, einem Herzinfarkt, Schlaganfall, wer einen Unfall hatte.. nicht mehr ausreichend therapiert werden. Wenn die Situation eskaliert, muss sogar entschieden werden, wer Unterstützung bekommt, und wer nicht.

Christian Salaroli, ein Anästhesist in Bergamo, hat in einem Interview des „Corriere della Sera“ erklärt, es herrschen Zustände wie im Krieg – Ärzte müssten entscheiden, wen sie behandeln und wen nicht.

Ob diese Situation bereits eingetreten ist oder nicht, kann ich als außenstehender nicht beurteilen. Fakt ist aber, dieses Szenario wird eintreten, falls sich das Coronavirus weiterhin so schnell ausbreitet und keine Maßnahmen ergriffen werden.

Das ist das wahre, primäre Risiko dieser Pandemie.

Eine schnelle Infektion des Großteils einer Bevölkerungsgruppe würde das gesamte Gesundheitssystem gefährden. Dies wäre nicht mehr nur in Relation zur Pandemie ein Problem (z.B. für ältere Menschen), sondern auch für alle anderen.

Die rote/geschützte Zone

Die Eindämmungs- und Minderungsmaßnahmen haben somit das Ziel, die Ansteckung des Virus so stark wie möglich (diese komplett zu stoppen ist reine Utopie) zu limitieren. Die offensichtlichste und effektivste Variante (auch laut mehreren Studien, welche die Situation in China analysiert haben), ist sehr strenge Maßnahme umzusetzen.

Mehrere Verlaufsmöglichkeiten: Der R0 Wert definiert die „Ansteckung“ des Virus. Ist diese hoch, könnte dies zum frühzeitigen Zusammenbruch des Gesundheitssystems führen.

Der springende Punkt ist, dass zwischen individuellem Risiko und Risiko der Bevölkerung (Gesamtrisiko) ein Unterschied liegt. Dies gilt vor allem für jene zu verstehen, welche sich der Dringlichkeit solcher strengen Maßnahmen nicht bewusst sind, da es sich um eine nicht immer schwer verlaufende und häufig letale Krankheit handelt.

Das individuelle Risiko dieser Krankheit (also das Risiko, welches jede Person selbst hat, wenn sie sich mit dem Virus infiziert) ist gering. Sehr gering.

Das Risiko der Bevölkerung (Komplikationen im Allgemeinen, die Last auf das Gesundheitswesen, der Stress auf die Bevölkerung) ist hoch. Sehr hoch.

Infektionskrankheiten sind generell (Grippe einbegriffen) per Definition gefährlich. Wenn uns dies bis heute nicht aufgefallen ist, dann liegt dies daran, dass wir Impfstoffe, medizinische Versorgung, Gesundheitseinrichtungen besitzen. Im Falle des Coronavirus haben wir keinen Impfstoff, Versorgungen und Gesundheitseinrichtungen riskieren dem Ausmaß dieser Krankheit nicht standzuhalten und somit zusammenzubrechen.

Darf ich nun mein Haus verlassen, oder nicht?

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Quelle: Stol

Laut stol.it (und vielen anderen Nachrichtenportalen und Radiosendern) darf man sich innerhalb seiner Heimatgemeinde bewegen, sofern der Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird, hingegen außerhalb der Gemeinde nur in Ausnahmefällen mit entsprechender Selbsterklärung. Hierzu scheint es aber noch Verwirrung zu geben. Was stimmt nun wirklich und wann benötige ich eine Selbsterklärung?

Das Dekret des Ministerpräsidenten Conte vom 09. März besagt, dass die Maßnahmen des Dpcm vom 08. März nun für ganz Italien gültig sind.

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Das bedeutet, dass Menschenansammlungen generell verboten sind, egal ob innerhalb oder außerhalb der Gemeinde.

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Aber wenn ich Menschenansammlungen meide und nur innerhalb meiner Gemeinde alleine spazieren gehe, dann müsste ich das ja dürfen?

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Das Problem liegt bei der Formulierung des Dekrets, welches das Wort „vermeiden“, und nicht „verboten“ verwendet.

Es besagt, dass jede Art von Bewegung inner- und außerhalb der Gemeinde nicht verboten ist, aber vermieden werden soll, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist (aus gesundheitlichen Gründen, in Notfällen oder zwecks Arbeit).

Es kann jedoch angenommen werden, dass die gegenständliche Bestimmung trotz der unklaren Formulierung ein Verbot darstellt, und es dem Bürger somit untersagt ist, sein Haus zu verlassen. Einzige Ausnahme bilden die oben angeführten Ausnahmefälle, welche durch eine entsprechende Selbsterklärung dokumentiert werden müssen.

Wer Fieber (über 37,5°) oder Symptome einer Atemwegserkrankung aufweist, darf zwar theoretisch trotzdem das Haus verlassen, ihm wird aber empfohlen, dies nicht zu machen und seinen Hausarzt zu kontaktieren.image00001


Wer hingegen mit dem Virus infiziert wurde, hat absolutes Verbot sein Haus zu verlassen.

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Abschließend

Das ist die aktuelle Situation. Keine Apokalypse, sondern eine Situation, welche geschehen kann und geschehen ist, mit welcher wir uns nun für einige Zeit konfrontieren müssen.

Der ganze Rest, die Sensationslust der Medien, die Panik in der Bevölkerung und die Stürmung der Supermärkte sind nicht gerechtfertigt, nutzlos und gefährlich.


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Quellen:

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